Kathedrale Notre-Dame, Sées, Normandie

„Die Kathedrale von Sées wurde größtenteils im 13. Jahrhundert errichtet. Vor der gotischen Kirche standen an dieser Stelle bereits vier andere Gotteshäuser. 1174 war der Vorgängerbau abgebrannt. 1210 wurde mit dem Hauptschiff begonnen, das im Inneren starke Einflüsse der normannischen Gotik zeigt – die Lage von Sées an der Südgrenze der Normandie zur Ile-de-France spiegelt sich auch im Stil.
Das Hauptschiff erhebt sich über sieben Jochen bis zu einer Höhe von 24 Metern. Der Chor folgt dem Vorbild von Saint-Ouen in Rouen. Ende des 13. Jhs. waren auch Chor und Vierung fertiggestellt. Am 27. September 1310 wurden Chor, Vierung und Schiff von Bischof Philippe le Boulenger geweiht. Die Kathedrale von Sées hat auch nach der Weihe eine bewegte und lange Baugeschichte: Einerseits wurde sie immer wieder in Kriegen beschädigt (so erstmals im Hundertjährigen Krieg, dann in den Religionskriegen), andererseits waren dauernd Ausbesserungsarbeiten erforderlich, weil wegen der großen Baumasse und des Untergrunds die Konstruktion instabil war. Daher rühren etwa die gewaltigen Strebepfeiler vor der Westfassade aus dem 16. Jahrhundert. In seiner heutigen Gestalt stammt ein nicht geringer Teil der Kathedrale erst aus dem 19. Jahrhundert: 1849 war mit systematischen Restaurierungen begonnen worden. Die 70 Meter hohen Turmspitzen wurden zuletzt 1978 restauriert. Das helle Innere überrascht durch seine Größe, Weite und Helligkeit. Die herrlichen Fensterrosen sind eine der Hauptsehenswürdigkeiten dieser beinahe völlig unbekannten Kathedrale.“ (Frank Vollmer)

© Bilder 1-8: Frank Vollmer (9/2006), Bilder 9-11, Isolde Strauß (8/2012)
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